PM: Siemens Energy – Breites Bündnis demonstriert gegen Gasturbinengeschäfte und Deals mit Autokraten

  • Mozambique LNG: Konzern nimmt menschenrechtliche Folgen in Kauf
  • Neuer Bericht „Turbines for Tyrants“:Umfangreiche Geschäfte in autoritär regierten Staaten
  • Ausuferndes Geschäft mit Gasturbinen: Siemens Energy vertieft fossile Abhängigkeit

Berlin | 24.02.2026 

Anlässlich der Hauptversammlung von Siemens Energyam Donnerstag ist eine Protestaktion eines breiten zivilgesellschaftlichen Bündnisses vor dem Tagungsort in Berlin geplant. Die insgesamt neun beteiligten Organisationen und Gruppen kritisieren das ausufernde Geschäft des Konzerns mit Gasturbinen und Siemens Energy’s Beteiligung an Projekten in Konfliktregionen sowie autokratisch regierten Staaten. Am Protest beteiligt sind: Fridays for Future, Deutsche Umwelthilfe, urgewald, Beyond Fossil Fuels, Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre,Gaswende, GegenStrömung, Powershift, Parents for Future.

  • Protest: Ab 9:00 Uhr; STATION Berlin (Luckenwalder Str. 4-6, 10963 Berlin)
  • Aktion: Die erwarteten rund 50 Teilnehmer*innen werden mit plakativen Protestbannern, Aufstellern und in Redebeiträgen Kritik und Forderungen formulieren 

Siemens Energy hat eine weltweit führende Position auf dem Markt für fossile GasturbinenAuch das umstrittene Projekt Mozambique LNG des französischen Öl-Multis TotalEnergies beliefert der Konzern mit Gasturbinen und Kompressoren. Ende Januar nahm TotalEnergies die Arbeiten am verheerenden Projekt im Norden Mosambiks offiziell wieder auf, nachdem es wegen der Terroranschläge in der Region mehrere Jahre lang auf Eis lag. 

urgewald und Partnergruppen vor Ort kritisieren, dass der Konzern die eskalierende Sicherheitslage mit entsprechenden Gefahren für die Menschen in der Region ignoriert. Gravierende menschenrechtliche Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Projekt sind noch nicht aufgeklärt. Vor kurzem wurde eine Strafanzeige gegen TotalEnergies wegen mutmaßlicher Beihilfe zu Kriegsverbrechen im Zusammenhang mit dem Projekt eingereicht.1 TotalEnergies bestreitet die Vorwürfe. Auch Beschwerden aus umliegenden Gemeinden, die umgesiedelt wurden, sind vielfach noch nicht aufgearbeitet. 

Sonja Meister, Energie-Campaignerin bei urgewald, sagt: „Bisher scheint Siemens Energy sein Profitstreben wichtiger zu sein als die Konsequenzen für Menschen in betroffenen Regionen. Der Konzern muss fossile Geschäfte beenden, die Menschenrechte gefährden und unsere Klimazukunft bedrohen. Seine Gasturbinenlieferungen für das desaströse Mozambique-LNG-Projekt muss er sofort stoppen.“

Ein neuer Bericht der Deutschen Umwelthilfe (DUH)zeigt, dass Siemens Energy weiterhin umfangreiche Geschäfte mit fossilen Gasturbinen in autoritär regierten und konfliktbetroffenen Staaten betreibt. Die Analyse „Turbines for Tyrants“ dokumentiert Projekte unter anderem in Belarus, Saudi-Arabien, Turkmenistan, Aserbaidschan und Iran und verweist auf erhebliche menschenrechtliche Risiken sowie eine Verfestigung fossiler Abhängigkeiten. 

Die vollständige Studie steht hier zum Download bereit:https://www.duh.de/fileadmin/user_upload/download/Projektinformation/Energiewende/DUH_Turbines-for-Tyrants_2025_final__003_.pdf

Constantin Zerger, Leiter Energie und Klimaschutz bei der Deutschen Umwelthilfe,sagt: „Siemens Energy baut sein fossiles Geschäft in Staaten aus, in denen Menschenrechte systematisch verletzt werden. Der Konzern muss seine internationale Geschäftspraxis endlich an Klima- und Menschenrechtsstandards ausrichten. Das heißt auch, dass sich der Konzern aus fossilen Projekten zurückziehen muss.“ 

Gleichzeitig ermöglicht Siemens Energy den globalen Ausbau fossiler Gasinfrastruktur, auch im Zusammenhang mit KI-Rechenzentren, insbesondere in den USA (Briefing zum Thema unten verlinkt). Moritz Leiner, Energie-Campaigner bei urgewald, kommentiert„Mit Rund-um-sorglos-Paketen für gasbefeuerte Rechenzentren verschärft Siemens Energy die fossile Abhängigkeit von Staaten weltweit. Anstatt zukunftsfähige und erneuerbare Energiestrukturen konsequent voranzutreiben, verfestigt der Konzern den fossilen Status quo.“

Außerdem erhofft sich das Unternehmen Aufträge durch die Ausschreibungen für acht Gigawatt neuer Gaskraftwerkskapazität im Rahmen der von der Bundesregierung geplanten „Kraftwerksstrategie“. Dabei bedeuten neue Gaskraftwerke zusätzliche fossile Last und eine Verzögerung der ohnehin schon viel zu trägen deutschen Energiewende. 

Nele Evers von Fridays for Future sagt: „Siemens Energy tut alles, um sein dreckiges fossiles Geschäft mit Gasturbinen und Kraftwerken aufrecht zu erhalten. Der Konzern nimmt immer mehr fossile Abhängigkeiten und das Eskalieren der Klimakrise einfach in Kauf. Statt weiter für kurzfristige Profite zu lobbyieren, muss Siemens Energy jetzt ernsthaft auf erneuerbare Energien setzen.“


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