Berlin, 13. Mai 2026 – Anlässlich der heutigen Kabinettssitzung protestiert Fridays for Future vor dem Kanzleramt gegen den Entwurf des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes. Mit einem Banner mit der Aufschrift “Eure Politik verheizt unsere Zukunft” kritisieren die Aktivist*innen die SPD und insbesondere Umweltminister Carsten Schneider scharf und fordern, den Gesetzesentwurf zu stoppen.
Damit droht das Gesetz nicht nur die deutschen Klimaziele unerreichbar zu machen, sondern auch die soziale Ungerechtigkeit weiter zu verschärfen: Hausbesitzer*innen könnten weiterhin in fossile Heizsysteme investieren, die durch steigende CO₂-Preise und teure Brennstoffe langfristig zur Kostenfalle werden. Mieter*innen wiederum müssten unkalkulierbare Heizkosten und eine anhaltende Abhängigkeit von fossilen Energien tragen.
Fridays for Future hat deshalb eine Petition gegen den Gesetzentwurf gestartet. Mehr als 160.000 Menschen unterstützen bereits die Forderung dieser Petition.
Nele Evers von Fridays for Future erklärt: „Was die Bundesregierung hier mit dem Heizungsgesetz beschlossen hat, ist absolut unverantwortlich. Mit keiner Mathematik der Welt sind Klimaziele erreichbar, wenn nach 2045 noch neue fossile Heizungen eingebaut werden dürfen. Hier werden willentlich und wissentlich Klimaziele abgeschafft und die Interessen der Gaslobby vor unser Recht auf Zukunft gestellt.“
Luisa Neubauer von Fridays for Future ergänzt: “Das Kabinett hat sich für ein Gesetz entschieden, das niemand will, das den Koalitionsvertrag und geltendes Europarecht unterwandert. Ein feiger Beschluss, der das Land mit Millionen neue Öl- und Gasheizungen ins Land vollstopft. Das ist ökologisch unverantwortlich, sozial ungerecht und eine gigantische Respektlosigkeit allen Menschen gegenüber, deren Zukunft damit verbaut wird.”
Fridays for Future kritisiert die aktuellen Pläne des Gebäudemodernisierungsgesetzes als “fossilen Heizhorror”. Die Erlaubnis, nach 2045 wieder neue Öl- und Gasheizungen einbauen zu können, sei eine faktische Abschaffung der Klimaneutralität 2045. Außerdem seien die Auswirkungen auf Haushalte groß: Hausbesitzer*innen würden durch die entfallende Beratungspflicht alleine gelassen und zu Fehlkäufen verleitet, Mieter*innen müssten mit unkalkulierbaren Kosten rechnen.
Constantin Zerger von der Deutschen Umwelthilfe sagt: „Das Gebäudemodernisierungsgesetz von Katherina Reiche ist schlecht für Energiesicherheit, Bezahlbarkeit und Klimaschutz. Es mitten in einer fossilen Energiekrise zu verabschieden, widerspricht dem gesunden Menschenverstand. Auch rechtlich ist der Gesetzentwurf mehr als fragwürdig. Er ignoriert europarechtliche Vorgaben und gefährdet die gesetzlichen Klimaziele. Wir werden nichts unversucht lassen, um es mit rechtlichen Mitteln zu stoppen.“
