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Diesen Freitag – Solidaritätstreik mit den Beschäftigten im Gesundheitswesen

Wir erleben gerade die schlimmste globale Gesundheitskrise der letzten Jahrzehnte. All die Ärzt*innen, Pfleger*innen und vielen anderen Menschen, die sich gerade mit viel Einsatz und persönlichen Risiko um Betroffene kümmern, verdienen unseren Dank und unsere Anerkennung. Vor allem verdienen sie aber auch unsere politische Solidarität. Um diese Krise möglichst gut zu überstehen, müssen wir ihnen und der Wissenschaft  jetzt zuhören, ihre Perspektiven sichtbar machen und ihre Forderungen an die Politik stärken. Spätestens jetzt spüren wir alle, dass es auf die Beschäftigten im Gesundheitswesen ankommt und dass sie viel zu lange alleine gelassen wurden. Unter dem Dogma der Wettbewerbsfähigkeit wurde in den letzten 30 Jahren im Gesundheitswesen massiv gespart, was zu Personalmangel, Krankenhausschließungen und niedrigen Löhnen geführt hat. 

Während etwa beim Kohleausstieg den Konzernen – und nicht den Beschäftigten – der längst überfällige Ausstieg aus der dreckigsten Form der Energiegewinnung mit Milliarden Entschädigungen belohnt wird, gibt es angeblich kein Geld für faire Löhne und ausreichend Personal im Gesundheitssektor. Und damit nicht genug: Erst im Februar wollte Jens Spahn sogar noch öffentlich über die Schließungen von Krankenhäusern diskutieren. Spätestens jetzt merken wir alle, dass diese Politik nicht nur den Beschäftigten, sondern uns allen auf die Füße fällt.

In Krisenzeiten wie diesen zeigt eine Gesellschaft, was sie zu leisten bereit ist. Und vor allem zeigt sie, was ihr wirklich wichtig ist. Was wir alle in diesen Tagen merken: Systemrelevant – also unabdingbar für das Fortbestehen unserer Gesellschaft – sind die Jobs im Gesundheitswesen, im Einzelfachhandel und öffentlichen Personenverkehr. Es ist die Arbeit dieser Menschen, die den Kern einer menschenwürdigen und zukunftsfähigen solidarischen Gesellschaft bildet und auf die jede und jeder angewiesen ist.

Dabei ist es traurig, dass es erst eine solche Krise braucht, um uns daran zu erinnern. Wenn wir als Gesellschaft nur in einem solchen Ausnahmezustand merken, dass wir Menschen und ihre Gesundheit über Profite stellen müssen, zeigt das vor allem eins: wie sehr das Dogma von Wettbewerbsfähigkeit und Profitorientierung die gesellschaftlichen Maßstäbe für das, was wirklich wichtig ist, in den letzten Jahren verschoben hat.

Wenn wir über eine menschenwürdige, gerechte und nachhaltige Zukunft sprechen wollen, müssen wir dafür sorgen, dass wir diese Erkenntnisse auch nach der Corona-Krise in Erinnerung behalten. Denn die Arbeit der Beschäftigten im Gesundheitswesen ist nicht nur in Krisenzeiten unheimlich wichtig. Sie sind auch die Arbeitsplätze einer klimaneutralen Zukunft. Sie sind Kohlenstoffarm.     Sie sind notwendig für das Wohl aller Menschen. Wir brauchen sie jeden Tag und werden sie auch in der Zukunft jeden Tag brauchen. Insbesondere in einer alternden Gesellschaft gibt es einen riesigen Bedarf an Pflegepersonal. Wir brauchen jetzt politische Weichenstellungen, um gute Arbeitsbedingungen und gerechte Löhne für die Beschäftigten zu erreichen. Wir müssen den Beschäftigten und ihren Anliegen jetzt Gehör verschaffen und politisch aktiv werden, damit das Gesundheitswesen und nicht die Lufthansa, VW oder Kohlekonzerne gestärkt aus dieser Krise hervorgehen. Wenn wir eine sozial gerechte und nachhaltige Gesellschaft schaffen wollen, müssen unsere Steuergelder nicht nur jetzt, sondern auch in der Zukunft ins Gesundheitswesen fließen und vor allem auch bei den Beschäftigten ankommen.

Lasst uns diesen Freitag unseren #climateonlinestrike in Dankbarkeit und vor allem in Solidarität mit den Beschäftigten im Gesundheitswesen  machen!

Lasst uns das Internet mit Bildern fluten, auf denen wir uns nicht nur beim Pflegepersonal bedanken, sondern auch bessere Arbeitsbedingungen fordern. Lasst uns ihre Forderungen aufgreifen und mit Bannern, Schildern, und was uns sonst noch so einfällt, in die Welt tragen. 

Lasst uns am Freitag um 13:00 Uhr in ganz Deutschland an unsere Fenster und Balkone gehen und Lärm für die Beschäftigten machen.

 #climatestrikeonline #ApplausfürdieHeldinnen #systemrelevant