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„Marsch für das Leben“? What the Fuck! – Queerfeministische Demo

21. September 2019 , 10:00 bis 12:00

What the Fuck?! Bündnis

Der Kapitalismus ist mit seiner ausbeuterischen Logik der Motor des Klimawandels. Ausgebeutet werden nicht nur natürliche Ressourcen, sondern auch bestimmte Menschengruppen. So basiert der Kapitalismus maßgeblich auf gar nicht oder schlecht bezahlter Arbeit von Frauen* bzw. FLTI*-Personen (Frauen, Lesben, Transgender und Intersexuellen Menschen). Risiken und negative Auswirkungen werden oft auf die Schultern von FLTI* geladen. FLTI* leisten mehr unbezahlte Arbeit (sogenannte Care-Arbeit), sind weniger an Entscheidungen beteiligt, sind oft abhängiger und im Falle von Risiken schlechter abgesichert und sind stärker betroffen von den negativen Auswirkungen des Kapitalismus und Klimawandels. Um diese Anhängigkeit zu erhalten wurde schon immer und wird auch noch heute die sexuelle Selbstbestimmung von FLTI* reguliert: FLTI* mussten dabei jedes Stückchen Freiheit selbst erkämpfen. Sich aussuchen, ob und wen man heiratet? Zur Schule gehen? Selbst Geld verdienen? Nein zu Sex sagen? Lust an Sex haben? – all das und viel mehr wurde hart von FLTI* erkämpft. Doch noch immer gibt es erstaunlich viele Menschen, die nicht einsehen, dass Menschen mit Uterus das Recht zustehen sollte, darüber zu entscheiden, ob, wann und wie viele Kinder sie bekommen möchten.Auch in Deutschland sind Abtreibungen nicht legal, lediglich in bestimmten Fällen straffrei. Doch selbst diese krasse Einschränkung genügt christlichen Fundamentalist*innen nicht: Am 21. September 2019 findet in Berlin der „Marsch für das Leben“ statt, an dem jährlich tausende selbsternannte „Lebensschützer“ ein generelles Verbot von Abtreibungen fordern.Aber wir wissen: wo Abtreibungen verboten sind, sterben jährlich tausende FLTI* an unsichern oder selbst durchgefürten Versuchen. Kinder, vor allem nicht gewünschte, verstärken die Abhängigkeit von FLTI*: sie müssen dann noch mehr unbezahlte Arbeit leisten, und tragen noch mehr Risiken, weil sie z.B. von Hungerkatastrophen stärker betroffen sind oder weniger mobil sind und schlechter flüchten können.

Wir kämpfen für eine emanzipatorische und gerechte Zukunft: Ein Verbot von Abtreibungen gehört nicht in die Zukunft. Die heterosexuelle Kleinfamilie als „einzige wahre Familie“ ist kein Konzept der Zukunft. Die Tabuisierung von Sex und sexueller Aufklärung schaut nicht in die Zukunft und Verteufelung von Homo-, Bi- oder Transsexualität ist erst recht nicht zukunftsfähig. Sexuelle Selbstbetimmung macht FLTI* unabhängig und ist deshalb der Grundstein, um den Kapitalismus zu überwinden und so auch den Klimawandel aufzuhalten.

Lasst uns bei der lauten, bunten und kraftvollen queer-feministischen Demonstration den sogenannten „Lebensschützern“, christlichen Fundamentalist*innen und konservativen Rückwärtsdenker*innen zeigen, was für eine Zukunft wir uns wünschen: offen, bunt und queer! Eine Zukunft, in der alle über ihre Körper und Sexualität selbst bestimmen können und in der alle so sein können, wie sie wollen.

Rosenthaler Platz

Rosenthaler Platz
Berlin, 10119 Deutschland
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